Lesefutter – unsere Buchempfehlungen • Buchladen Osterstraße - lesen fängt links an • Hamburg • Eimsbüttel

Lesefutter

Krimi

Ken Bruen, Jack Taylor fährt zur Hölle

Ü: Harry Rowohlt, Atrium 2010, 301 Seiten

Er ist wahrscheinlich der belesenste und versoffenste Privatermittler der Krimigeschichte: Jack Taylor. Nachdem er gezwungenermaßen den Polizeidienst quittieren mußte („Jack Taylor fliegt raus“), eröffnet er sein Büro praktischerweise gleich im „Grogan’s“, der einzigen Kneipe von Galway, in der er noch nicht Lokalverbot hat. Nach einem kurzen Intermezzo in London, der Liebe wegen („Jack Taylor liegt falsch“), das ihm einen neuen Ledermantel und eine gepflegte Kokainsucht einbringt, kehrt Jack auf seine grüne Insel zurück. Bald wird ihm dort ein neuer Fall angetragen. Er soll eine Frau finden, die mißhandelten Mädchen aus einem Heim zur Flucht verholfen hat. Jack, ohnehin bereichs reich an Narben an Leib und Seele, wirft sich wieder ins Gefecht und legt sich mit allen an, die sich ihm in den Weg stellen…

Harry Rowohlt, bekanntermaßen eher ein genialer Nachdichter als ein Übersetzer, sitzt hoffentlich bereits an der Übertragung des vierten Bandes. Darauf ein Pint of Guinness!

Krimi

Malla Nunn, Ein schöner Ort zu sterben

Ü: Armin Gontermann, Rütten & Loening 2009, 407 Seiten

Im Jahr 1952 wird in Südafrika, im Grenzfluss zu Mozambique, der Chef der örtlichen Polizei Captain Willem Pretorius tot aufgefunden. Der englische Detektive Emmanuel Cooper aus Johannisburg wird als Ermittler in das verschlafene Provinznest geschickt. In einer düsteren Stimmung aus rassistischen Vorurteilen und bösartigen Anschuldigungen versucht er, Licht in das Dunkel der Vergangenheit des Toten und seiner Familie zu bringen. Dass sich eine Spezialeinheit der berüchtigten südafrikanischen Geheimpolizei Security Branch in die Ermittlungen einmischt und schnell einen Täter präsentiert, macht seine Arbeit nicht leichter. Die als Filmemacherin bekannt gewordene Malla Nunn, in Swasiland geboren, hat lange in Südafrika gelebt. Ihr jetzt auf deutsch erschienener erster Kriminalroman mit dem Ermittler Cooper orientiert sich an wahren historischen Begebenheiten und beschreibt hervorragend den alltäglichen Rassismus in der Apartheidgesellschaft.

Krimi

James Sallis, Driver

Ü: Jürgen Bürger, Heyne 2009, 158 Seiten

„Als er viel später in einem Motel am nördlichen Stadtrand von Phoenix mit dem Rücken an die Zimmerwand gelehnt dasaß und beobachtete, wie die Blutlache sich ihm langsam näherte, fragte sich Driver, ob er einen schrecklichen Fehler begangen hatte.“ So beginnt der furiose Krimi des amerikanischen Autors James Sallis, der den Leser nach 158 Seiten atemlos zurücklässt. Sallis erzählt die Geschichte von Driver, der seinen Lohn als Stuntfahrer in Hollywood hin und wieder durch das Führen von Fluchtfahrzeugen nach Überfällen aufstockt. Driver ist kein Verbrecher im eigentlichen Sinne. Hauptsächlich möchte er Autos fahren. Doch wenn man ihn betrügen will, kann er sehr böse werden. „Driver“ ist ein klassischer schwarzer Kriminalroman, ein Tarantino-Film zwischen Buchdeckeln.

Krimi

James Sallis, Dunkle Schuld

Ü: Jürgen Bürger, Heyne 2009, 301 Seiten

Der Auftakt einer neuen Krimi-Trilogie: Turner, Ex-Bulle, Ex-Psychotherapeut, Ex-Sträfling, hat sich auf sein Altenteil in ein Kaff bei Memphis zurückgezogen. Bald danach passiert dort ein schrecklicher Ritualmord. Ein Landstreicher wird gepfählt aufgefunden und für Turner ist es mit der Ruhe vorbei, als der junge und unerfahrene Sheriff ihn um Hilfe bittet. Sallis hat mit „Dunkle Schuld“ einen grandiosen Roman geschrieben, der zwischen Zeitebenen springt, und die Rückschau auf das eigene Leben und das Altern zum Thema hat.

Krimi

Ernest Tidyman, Shaft und die Geldwäscher

Ü: Emanuel Bergmann, Pendragon 2009, 223 Seiten

Alles begann mit dem Buch „Shaft und das Drogenkartell“. „Shaft und die Geldwäscher“ ist der abschließende siebte Band der Reihe um den schwarzen Privatdetektiv John Shaft. Er ist cool, wütend, stolz und schlagfertig, ermittelt im Harlem der 1970er Jahre zwischen Ghetto-Gangstern, korrupten Cops, Mafiosi und jüdischen Diamantenhändlern. Die Shaft-Krimis sind eine Reise in eine Zeit, als zum Telefonieren noch Telefonzellen nötig waren. Sie sind hart, politisch unkorrekt und überzeugen durch starke Plots und jede Menge Action. „Who’s the black private dick, that’s a sexmachine to all the chicks?“

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