Lesefutter – unsere Buchempfehlungen • Buchladen Osterstraße - lesen fängt links an • Hamburg • Eimsbüttel

Lesefutter

Krimi

Ross Thomas, Der achte Zwerg

Ü: Stella Diedrich, Gisbert Haefs und Edith Massmann, Alexander Verlag 2011, 351 Seiten

Minor Jackson will Geld machen. Viel Geld und am liebsten in Europa. Das liegt 1946 in Trümmern, der Schwarzmarkt blüht und Jackson bekommt vom „Zwerg“ den Auftrag, einen Mann zu suchen. Der „Zwerg“ ist der kleinwüchsige Rumäne Nicolae Ploscaru, Aristokrat, verschlagen, ein großer Lügner mit guten Kontakten überall hin. Der Gesuchte heißt Kurt Oppenheimer und ist ein jüdischer Widerstandskämpfer, der verdächtigt wird, auch nach Kriegsende Rache zu nehmen an den faschistischen Folterern und Mördern, die sich mit einer falschen Identität in den verschiedenen Besatzungszonen ein neues Leben aufbauen. Interesse an Kurt Oppenheimer haben so einige: die Amerikaner, die Engländer, die Russen. Und natürlich Oppenheimers Familie, die Jackson und Ploscaru beauftragt hat, den Verschollenen zu finden. Eine wilde Verfolgungsjagd durch das zerstörte Deutschland beginnt. Der überaus spannender Krimi, bereits Ende der 1970er Jahre entstanden, ist nun erstmals in einer vollständigen deutschen Fassung zu lesen.

Krimi

Richard Stark, Fragen Sie den Papagei

Ü: Dirk van Gunsteren, DTV 2010, 256 Seiten

Ein kleiner öder Ort in Massachusetts ist in heller Aufruhr. Die kleine Bankfiliale wurde überfallen und jetzt wird nach den Tätern und vor allem nach der Beute gesucht. Parker, einer der Bankräuber, schafft es zu entkommen und sich bei dem kauzigen Außenseiter Tom Lindahl zu verstecken. Tom hat jahrelang auf der örtlichen Pferderennbahn gearbeitet, bis ihm vor zwei Jahren plötzlich gekündigt wurde. Ihm kommt der eiskalt überlegende Parker gerade recht, um eine alte Rechnung zu begleichen. Als weitere Akteure finden wir in dem hochspannenden Krimi zwei merkwürdige Brüder, einen begeisterten Jäger und einen Papagei, der nicht spricht. Richard Stark ist eines der vielen Pseudonyme des Schriftstellers Donald E. Westlake und nach vielen Jahren ist mit diesem Krimi von ihm endlich wieder eine neue Story um den eiskalten Bösewicht Parker in deutscher Übersetzung erschienen.

Krimi

Roger Smith, Blutiges Erwachen

Ü: Jürgen Bürger/Peter Torberg, Tropen/Klett-Cotta 2010, 356 Seiten

„An dem Abend, als sie ausgeraubt wurden, speisten Roxy Palmer und ihr Mann Joe mit einem afrikanischen Kannibalen und seiner ukrainischen Hure.“
Mit diesem ersten Satz nimmt der neue Thriller von Roger Smith Fahrt auf und hält das hohe Tempo bis zur letzten Seite. Südafrika, Kapstadt, die Cape Flats: Eine Frau erschießt ihren Mann und gerät so zwischen die Fronten verschiedener Gangsterbanden und der Polizei. Smith, bekannt geworden durch seine vielfach prämierten Debütroman „Kap der Finsternis“, schildert atemlos und brutal die dunklen Seiten des heutigen Südafrika. Seine Protagonisten irren durch eine Orgie von Gewalt, Drogen und Armut. „Blutiges Erwachen“ ist wahrlich kein Blümchenkrimi oder Krimi-Schonkost (selbst für Hardboiled-Fans nicht) und lässt die Leser nach der Lektüre atemlos zurück.

Krimi

Don Winslow, Tage der Toten

Ü: Chris Hirte, Suhrkamp 2010, 689 Seiten

Ein fast dreißigjähriger Drogenkrieg, der Kampf gegen Mafiastrukturen und Expolizisten, die als Drogenbosse den Schmuggel von Kokain und Crack aus Mittelamerika in die USA organisieren, ist das Hauptthema dieses Krimis. Im Mittelpunkt steht Art Keller, Polizist bei der DEA, der amerikanischen Anti-Drogen-Einheit. In dem aussichtslosen Kampf gegen die verschiedenen Banden, die vom Drogendeal profitieren, riskiert er nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das seiner nächsten Kollegen und seiner Familie.

Besonders spannend und reizvoll an Winslows Krimi ist, dass die Geschichte nicht nur gut recherchiert, sondern auch mit vielen politischen und historischen Hintergründen aus den 1970er bis 2000er Jahren gespickt ist. So tauchen die Revolutionen in Nicaragua und El Salvador ebenso auf wie zum Beispiel das Erdbeben in Mexiko. Einer der spannendsten und literarisch herausragenden Krimis dieses Jahres.

Krimi

Giancarlo de Cataldo, Romanzo Criminale

Ü: Karin Fleischanderl, Folio Verlag 2010, 575 Seiten

Die Kulisse: Das Rom der 1970er Jahre, geprägt von Mafia, korrupten Politikern, Geheimlogen, Roten Brigaden, Neonazis und Drogenbossen. Die jungen Vorstadtgauner Libanese, Freddo und Dandi wollen nach oben, sie wollen an die Fleischtöpfe und sie beschreiten diesen Weg mit aller Gewalt. De Cataldos furioser Politthriller – in Italien bereits zweimal verfilmt und nun endlich ins Deutsche übersetzt – führt in die Abgründe von Glücksspiel, Drogenhandel, Prostitution und schmutzigen Geheimdienstaktivitäten und läßt die Leser atemlos zurück. „Romanzo Criminale“ ist Zeitgeschichte der etwas anderen Art, James Ellroy auf italienisch.

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