Lesefutter – unsere Buchempfehlungen • Buchladen Osterstraße - lesen fängt links an • Hamburg • Eimsbüttel

Lesefutter

Geschenkbuch

Marguerite Abouet/Clément Oubrerie, Aya 2

Ü: Kai Wilksen, Carlsen Comics 2007, 106 Seiten

Mit Aya 2 setzt das Duo Abouet/Oubrerie die 2006 begonnene Geschichte von Aya und ihren zwei Freudinnen fort. Die drei leben in Yopougon, einem der populärsten Stadtteile von Abidjan/Elfenbeinküste. Die Comicromane erzählen von ihrem Alltagsleben, von ihren Liebeleien und ihren Zukunftswünschen. Während Adjoua und Bintou auf der Suche nach dem Mann ihres Lebens sind, wehrt Aya alle Verehrer ab. Sie möchte Ärztin werden. Fragt sich nur, wie sie das schaffen soll. In ihrem großen Umfeld von Familie, FreundInnen, Verwandten und Bekannten geben sich kleinere und größere Dramen die Hand und Aya ist ständig helfend zur Stelle. Ein aus westlicher Sicht ungewöhnliches Afrika-Bild entsteht: Nicht Not, Gewalt und Unterdrückung prägen diese Geschichten, sondern die ganz normalen Freuden, Ängste und Sehnsüchte von Jugendlichen.

Geschenkbuch

Stephanie Haerdle, Keine Angst haben, das ist unser Beruf!

Kunstreiterinnen, Dompteusen und andere Zirkusartistinnen

AvivA 2007, 210 Seiten

In dem reich bebilderten Band werden Zirkusreiterinnen, Raubtierdompteusen, Zirkusdirektorinnen, natürlich auch Artistinnen, Sensationsartistinnen und weibliche Herkulesse porträtiert. Anhand von Einzelporträts wird uns diese aufregende, fremde Welt aus einem ganz besonderen Blickwinkel dargestellt. Die Autorin macht deutlich, dass die Frauen als Nicht-Sesshafte, aus dem Fahrenden Volk, zwar in einer gesellschaftlichen Außenseiterposition waren, aber auch große Privilegien gegenüber anderen Frauen ihrer Zeit besaßen. Bereits im 19. Jahrhundert hatten sie innerhalb der Zirkushierarchie absolut gleichberechtigte Arbeitsbedingungen neben ihren männlichen Kollegen und waren sehr angesehen. Sie traten öffentlich auf, mussten nicht heiraten, verdienten eigenes Geld und bereisten mit beispielloser Mobilität die fünf Kontinente. Den Frauen standen grundsätzlich alle Gebiete der Artistik und alle Positionen im Zirkus offen. Der Zirkus ist einer der wenigen Orte, wo die Umkehrung und die Verdrehung der Geschlechterrollen gesellschaftlich toleriert werden. Ganz besonders wird das am Beispiel der Kraftfrauen deutlich, die am augenscheinlichsten mit den Weiblichkeitsmustern ihrer Zeit brechen. Wir lernen Frauen in Leitungspositionen im Zirkus kennen, es werden einige Zirkusdirektorinnen vorgestellt. Aber auch Detailfragen wie Schwangerschaft und Artistenberuf, die Kleidung der Artistinnen im Laufe der Jahrhunderte oder lesbische Frauen beim Zirkus werden erörtert. Dabei zeichnet Stephanie Haerdle kein geschöntes Bild der Welt der Varietés und Zirkusarenen. Sie schreibt auch über die vielen Schwierigkeiten, die Härten und die finanziellen Nöte, denen die Frauen zum Teil ausgesetzt waren.

Geschenkbuch

Die schönsten Sagen des klassischen Altertums

Illustriert von Stefanie Harjes, gesammelt von Gustav Schwab, neu erzählt von Josef Guggenmos

Ravensburger Buchverlag 2006, 307 Seiten

Die Götter Griechenlands – mit ihnen beginnt die Schöpfungsgeschichte der griechischen Mythologie. Es wird geliebt und gehasst, geboren und getötet, Helden haben große Abenteuer zu bestehen und manchmal gelingt ihnen dies nicht. Unvorstellbar ist die Grausamkeit, mit der Feinden und Widersachern nach dem Leben getrachtet wird. Und undenkbar überwältigend ist die Liebe, die Menschen oder Götter ins Glück oder Unglück treibt. Die neu erzählten Geschichten sind von geistreichen Illustrationen untermalt. Zeus hängt als Althippie im Sofa ab, Herakles erwürgt schon als Säugling in Windeln Schlangen und das abgeschlagene Haupt der Medusa ziert eine Handtasche. Ein unglaublich vielfältiges Familienbuch.

Geschenkbuch

Täglich Hamburg.

Hamburger Ansichten, fotografiert von Nicole Keller und Oliver Schumacher

Junius 2006, 196 Seiten

„Tollerort“?, „Jesus lebt“?, „Kummer“? – na, irgendwie kommt das einem doch bekannt vor. Aber wo war das doch denn gleich? Wiederzufinden sind diese Hamburger Schriftzüge in einem neuen Bildband, der uns in diesem Herbst als Überraschungscoup vom Verlag vorgelegt wurde. Entstanden ist er durch einen Zufall. Eigentlich suchten Nicole Keller und Oliver Schumacher einen Hamburg-Bildband jenseits der allseits bekannten Postkartenmotive und Touristenattraktionen. Als dieser sich nicht auftreiben ließ, entschlossen sie sich kurzerhand, selber einen zu produzieren. Das ist ihnen mit großem Erfolg gelungen. Auf knapp 200 Fotos zeigen sie Alltags- und Straßenleben, Wandmalereien und Werbetafeln, Hafenszenen und vieles mehr – Fotos, die Hamburg nicht nur von seiner schönsten, sicher aber von seiner interessantesten Seite zeigen.

Geschenkbuch

Kurt Tucholsky, Augen in der Großstadt.

Gedichte & Prosa

Grafiken von Hans Ticha

Edition Büchergilde 2006, 350 Seiten

Ein wunderbares Geschenkbuch ist in diesem Herbst in der Edition Büchergilde erschienen: Eine Sammlung von Gedichten und Prosa – Texten von Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel, Kasper Hauser, alles Pseudonyme von Kurt Tucholsky. Kurt Tucholsky meinte von sich selbst, er hätte zwar Erfolg, jedoch keine Wirkung. Dass seine Texte auch heute noch hochaktuell sind, zeigt die Auswahl an Artikeln, Gedichten, Satiren und Humoresken, die in diesem Band zusammengestellt sind. Geschrieben und veröffentlicht wurden sie in den Jahren 1926 bis 1932. Ganz besonders wird dieser Band durch die wunderbaren farbintensiven und ausdrucksstarken Grafiken des Künstlers Hans Ticha, die den beißend-sensiblen Tonfall Tucholskys unterstreichen. Wie sagte letzterer? „Ein Leser hats gut: er kann sich seine Schriftsteller aussuchen.“

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