Lesefutter – unsere Buchempfehlungen • Buchladen Osterstraße - lesen fängt links an • Hamburg • Eimsbüttel

Lesefutter

Sachbuch

Gerald Hüther, Was wir sind und was wir sein könnten.

Ein neurobiologischer Mutmacher

Fischer 2011, 189 Seiten

Der Neurobiologe und Hirnforscher Gerald Hüther beschäftigt sich seit einigen Jahren damit, wie Denken, Fühlen, Wahrnehmen und Empfinden mit dem Körper zusammenhängen und hat bereits eine „Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn“ veröffentlicht. In seinem neuen Buch zeigt er, dass unser Gehirn sehr viel mehr kann, als nur Ressourcen auszunutzen, die auch versiegen und zu Krankheiten wie Burn-out, Depression oder Demenz führen können. Wir müssen auf Potentialentfaltung setzen, auf Vertrauen und Miteinander statt auf Konkurrenz und Wettbewerb und uns vor allem wieder begeistern, weil Begeisterung Dünger für das Gehirn ist. Wir können die Macht der inneren Bilder beenden und auch die Angst vor Neuem überwinden. Dazu will Hüther Mut machen. Wir können uns dafür entscheiden, etwas zu ändern, zumindest unser Gehirn ist dazu in der Lage.

Sachbuch

Frank Goosen, Weil Samstag ist.

Fußballgeschichten

Heyne 2010, 160 Seiten

Fragen Sie bei uns in der Gegend einen Fußballfan: „Wieso gehst du ins Stadion?“, antwortet der nur „Watt?“. Der versteht die Frage überhaupt nicht. „Wieso gehst du zum Fußball?“ „Is doch Samstach!“ Frank Goosen, Schriftsteller und Kabarettist, geht auch zum Fußball, genauer, er geht zum VfL Bochum, was nicht immer dasselbe ist. So hat er Leiden gelernt und Leiden ist authentisch. Als Anhänger einer Fahrstuhlmannschaft hat Goosen sich seinen Humor bewahrt (ohne dabei ranschmeißerisch zu sein) und das witzigste Fußballbuch der Saison geschrieben. Seine Faustregel bei Abseits lautet: „Der Gegner ist drin, wir nicht.“

Sachbuch

Stefanie Schüler-Springorum, Krieg und Fliegen.

Die Legion Condor im Spanischen Bürgerkrieg

Schöningh 2010, 369 Seiten

Die deutsche Kriegsbeteiligung an der Seite Francos während des Spanischen Bürgerkriegs von 1936 bis 1939 steht im Zentrum der Untersuchung von Stefanie Schüler-Springorum. Massiv unterstützte die Legion Condor die Bodentruppen der Rebellenarmee und führte den ersten Luftkrieg gegen die Zivilbevölkerung. Das zerstörte Guernica ist zum Symbol für diesen Krieg geworden. Wer waren die Männer, die ihren Traum vom Fliegen in Spanien verwirklichten, die die Luftwaffe Nazi-Deutschlands im Ausland erprobten und wesentlich zum Sieg Francos im Bürgerkrieg beitrugen? All diese Fragen beantwortet die Autorin auf beeindruckend breiter Quellenbasis. Dabei bietet das Buch weit mehr als nur Militärgeschichte. In den einleitenden Kapiteln werden die Anfänge der Luftfahrt und die Technikbegeisterung der männlichen Jugend der Zwischenkriegszeit behandelt. Abschließend belegt Schüler-Springorum anhand vieler Einzelbiografien die unsägliche Kontinuität des deutschen Militärs. Die spätere Berufung des Legion Condor-Fliegers Trettner zum Generalinspekteur der Bundeswehr und die Kasernen-Namenstaufe nach dem so genannten „Flieger–Ass“ Mölders sind hier nur zwei Beispiele von vielen. Fazit: „Krieg und Fliegen“ ist eine spannende und flüssig zu lesende Mentalitäts-, Sozial-, Technik- und Militärgeschichte. Und dass das Buch mit diesem Titel pünktlich im Tolstoi-Jahr 2010 erscheint, ist ein charmanter Witz am Rande.

Sachbuch

Angelika Ebbinghaus, Ein anderer Kompass.

Soziale Bewegungen und Geschichtsschreibung. Texte 1969―2009

Assoziation A 2010, 334 Seiten

„Die Erinnerungskultur zu 1968 ist weitgehend männlich geprägt. Die Beiträge dieses Buches öffnen den Blick auf eine andere Geschichte und stellen Persönlichkeit und Schaffen einer Feministin und 68erin vor, die soziales Engagement und kritische Analyse in beispielhafter Weise miteinander verbunden hat.“ (Aus dem Vorwort von Karl Heinz Roth, Marcel van der Linden und Heinrich Senfft)

Gemeint ist Angelika Ebbinghaus, aktiv in den Sozialbewegungen der 1960er/70er Jahre, ausgebildete Psychologin, Psychotherapeutin und Historikerin, deren Arbeit in diesem Buch vorgestellt und gewürdigt wird. Weggefährtinnen ihrer jahrelangen politischen und beruflichen Aktivitäten in Hamburg kommen zu Wort. Und auch ihre wichtigsten theoretischen Schriften sind aufgenommen: unter anderem zu den Themen Frauenforschung, „Andere Arbeiterbewegung“, Operaismus, Entwicklung des Taylorismus in Ost und West.

Sachbuch

Ben Redelings, Halbzeitpause.

Die Fußball-Klolektüre

Die Werkstatt 2010, 365 Seiten

Dramatisch unterschätzt wird gemeinhin die Wichtigkeit einer gut sortierten Toilettenbibliothek, erschöpft sich der Bestand doch normalerweise in einem zerfledderten, hundertmal gelesenen Asterixband und der Tageszeitung von vorgestern. Das muss nicht so bleiben!

Ben Redelings kurzweilige, hintersinnige und witzige Texte und Rätsel zum Ballsport Nr. 1 bieten Stoff für mindestens 365 ausgedehnte Sitzungen. Und wenn Mann sich erst einmal in das durchaus anspruchsvolle Fußballerfrisuren-Rätsel verbissen hat, kann es schon mal länger heißen: „Besetzt!“

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