Lesefutter – unsere Buchempfehlungen • Buchladen Osterstraße - lesen fängt links an • Hamburg • Eimsbüttel

Lesefutter

Krimi

Ken Bruen, Jack Taylor gegen Benedictus

Ü: Harry Rowohlt, Atrium 2012, 183 Seiten

Jack Taylor – (zur Zeit) abstinenter Privatdetektiv im irischen Galway – bekommt einen Brief. Ein unbekannter Absender namens Benedictus kündigt in diesem Brief fünf Morde an, in chronologischer Reihenfolge: zwei Polizisten, eine Nonne, ein Richter und ein Kind. Das ist schon schlimm genug, jedoch ahnt Jack Taylor nicht, dass er selbst als sechstes Opfer auf Benedictus’ Liste vorgesehen ist. Und während er sich in den Kampf gegen den unbekannten Mörder und die zahlreichen Dämonen seiner eigenen Vergangenheit stürzt, greift er doch wieder zu Pint und Flasche.Dieser 7. Band der „Jack Taylor-Reihe“ ist – wie alle seine Vorgänger – sehr irisch und natürlich wieder sehr schön übersetzt von Harry Rowohlt.

Krimi

Fred Vargas, Die Nacht des Zorns

Ü: Waltraud Schwarze, Aufbau 2012, 454 Seiten

Kommissar Adamsberg will herausfinden, wer einer halb verhungerten Taube zum grausamen Spaß die Füße zusammen gebunden hat. Doch eine ältere Dame erbittet seine Hilfe, denn ihre Tochter hat das "Wütende Heer" gesehen und alle in ihrem Dorf wissen, was das bedeutet: vier Menschen werden sterben, denn sie sind schuldig. Niemand in Paris, nicht mal Adamsberg, nimmt die mittelalterliche Legende aus der Normandie ernst. Doch die ungesühnte Verbrechen rächende Geisterarmee lässt nicht lange warten und es gibt den ersten Toten. Die Atmosphäre im Dorf wird bedrohlich.
In Paris wird ein einflussreicher, gewissenloser Großindustrieller ermordet. Adamsbergs Vorgesetzte drängen auf eine rasche Aufklärung und präsentieren auch gleich einen Kleinkriminellen als Täter. Der Kommissar hat allerdings mehr Interesse daran, die Person zu finden, die einen uralten Mythos benutzt, um ungestört zu morden.
Unangestrengt und lässig entfaltet sich der Charme der Geschichte – und en passant löst Adamsberg seine Fälle, selbstverständlich mit Danglards und Violette Retancourts Hilfe. Man möchte als LeserIn gurren vor Wonne, wie die gerettete Taube.

Krimi

Don Winslow, Tage der Toten

Ü: Chris Hirte, Suhrkamp 2012, 689 Seiten

Art Keller, Drogenfahnder der US-Polizei, startet nach der Ermordung eines Kollegen einen blutigen Rachefeldzug gegen die mexikanischen Drogenkartelle. Don Winslow, bekannt auch durch die aktuelle Verfilmung seines Romans „Savages“ durch Oliver Stone, hat fünf Jahre für seinen monumentalen Thriller recherchiert. Er sprach mit Polizisten, Gangstern und deren Opfern. Entstanden ist so ein faktengesättigter, politischer und höchst spannender Roman über die dunkle Seite der Geheimdienste und die brutalen Exzesse der Drogenclans in Mexiko, Kolumbien, Honduras und Kalifornien. „Tage der Toten“ – das opus magnum des Autors und zu Recht mit vielen Krimipreisen ausgezeichnet – lässt seine Leserinnen und Leser atemlos zurück. Wenn dunkle Wintertage noch dunkler werden sollen …

Krimi

Helon Habila, Öl auf Wasser

Ü: Thomas Brückner, Wunderhorn 2012, 231 Seiten

Die Ehefrau eines führenden Mitarbeiters einer Ölgesellschaft wird entführt. Zwei Journalisten – ein junger Berufsanfänger und ein alter saufender Starreporter – wittern ihre Chance auf eine große Story und brechen auf ins Niger-Delta. Es wird eine Reise ins Herz der Finsternis, wo nur die Abgasfackeln der Ölkonzerne für Helligkeit sorgen. Rebellen kreuzen ihren Weg ebenso wie brutale Regierungstruppen und entwurzelte Dorfgemeinschaften, die sich ständig zwischen den Fronten wiederfinden und der Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen tatenlos zusehen müssen. Wo früher Fische schwammen, schwimmt jetzt nur noch Öl auf der Wasseroberfläche. Der junge nigerianische Autor Helon Habila klagt die Umweltzerstörung seines Landes durch skrupellose Öl-Multis an und erzählt dabei auch die Geschichte einer unvollendeten Liebe.

 

Krimi

Merle Kröger, Grenzfall

Argument Verlag 2012, 348 Seiten

1992 brennen in Rostock-Lichtenhagen Unterkünfte für AsylbewerberInnen. Es offenbart sich ein unglaublicher Hass auf alles „Fremde“. Zur gleichen Zeit werden an der polnisch-deutschen Grenze zwei illegal einwandernde Rumänen erschossen. Schnell wird die Ermittlungsakte geschlossen, niemand wird zur Verantwortung gezogen.
Längst ist Gras über diese unschönen Flecken in der deutschen Geschichte gewachsen, als zwanzig Jahre später in der ostdeutschen Provinz Menschen auftauchen, die die Toten nicht vergessen haben und die wissen wollen, wer die Schuldigen sind. Auch die sympathische Mattie Junghans wird in die undurchsichtige Geschichte hineingezogen. Merle Krögers Krimi ist spannend, aktuell und eine Reise kreuz und quer durch Europa, von der norddeutschen Provinz bis ins rumänische Brasov.

<< vorherige | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 nächste >>