Lesefutter – unsere Buchempfehlungen • Buchladen Osterstraße - lesen fängt links an • Hamburg • Eimsbüttel

Lesefutter

Krimi

Giancarlo De Cataldo/Carlo Bonini, Suburra. Schwarzes Herz von Rom

Ü: Karin Fleischanderl, Folio 2015, 413 Seiten

Ostia bei Rom: Samurai, Faschist und Ex-Mitglied der Magliana-Bande, plant zusammen mit der Camorra, den Kalabresen, einem Zigeunerclan und fiesen Kardinälen des Vatikans die großkotzige Neubebauung des Strandes vor den Toren Roms. Der Carabiniere Marco und die Aktivistin Alice sind ihre Gegenspieler. Korrupte Politiker (Gastauftritt des abgetakelten Berlusconi), Huren und Hooligans treffen im Stadtteil Suburra, den schon Petronius besungen hat, aufeinander. Hart und dreckig, zynisch und an reale Vorbilder angelegt, begeben sich die beiden kundigen Autoren – der eine Ermittlungsrichter, der andere Journalist – in das schwarze Herz von Rom.

 

Krimi

Tito Topin, Exodus aus Libyen

Ü: Katarina Grän, Distel Literaturverlag 2015, 233 Seiten

Bürgerkrieg in Libyen. Gaddafis Truppen kämpfen gegen die Rebellen, über allen fliegen die Kampfjets der Alliierten. Dazwischen sind acht Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion mit einem Jeep unterwegs und kennen nur ein Ziel: die tunesische Grenze. Eine Reifenpanne zwingt die Gruppe, zu der unter anderem die Schauspielerin Salima, der abgeschossene französische Kampfpilot Henri und Wardia, die hochschwangere Ex-Krankenschwester Gaddafis, gehören, zu einem Zwischenstopp. In der Hotelruine mitten in der Wüste, in der sie unterkommen, hat sich aber auch ein Kommandant der Regierungsarmee mit seiner Einheit eingerichtet. Die Reise scheint beendet, ein zäher Kampf beginnt.
„Exodus aus Libyen“ ist ein Wüsten-Noir des in Casablanca geborenen französischen Autors Tito Topin.

Krimi

Wallace Stroby, Kalter Schuss ins Herz

Ü: Alf Mayer, Pendragon 2015, 352 Seiten

Die berühmten Gangster Parker und Wyatt, Romangestalten der Krimiautoren Richard Stark und Garry Disher, haben eine Schwester bekommen: Crissa Stone arbeitet als freiberufliche Gangsterin, ihren Lebensunterhalt bestreitet sie mit sorgfältig geplanten Raubüberfällen. Als bei einem Überfall auf eine illegale Pokerrunde versehentlich der Schwiegersohn eines örtlichen Mafiabosses erschossen wird, bekommt Crissa ein Problem. Ihr Problem heißt Eddie der Heilige, er ist ein eiskalter Killer und heftet sich fortan an Crissas Fersen. Crissa wird von der Jägerin zur Gejagten, bis sie sich Eddie schließlich zu einem spektakulären Showdown stellt. Temporeich und actionlastig geht es zu bei diesem ersten Auftritt einer neuen Krimiheldin.
Wallace Stroby macht im Nachwort kein Geheimnis aus seinen Vorbildern. Aber Parker und Wyatt sind ja auch nicht die schlechteste Verwandtschaft.

Krimi

Sam Hawken, Kojoten

Ü: Karen Witthuhn, Polar 2015, 303 Seiten

Illegale Grenzübertritte gehören an der Grenze zwischen USA und Mexiko zum Alltag. Nördlich der Grenze reitet die Texas-Rangerin Ana Torres über das Farmland auf der Suche nach illegalen Einwanderinnen und Einwanderern. Südlich des Rio Grande bereitet sich Luiz Gonzales darauf vor, ein letztes Mal Menschen über die Grenze zu schleusen. In El Salvador hat die junge Marisol genug Geld gespart, um die gefährliche Reise über Mexiko in Richtung Norden zu wagen. Ihre Wege werden sich kreuzen, nicht alle werden ihr Ziel erreichen.
Sam Hawkens Buch ist klug komponiert und exzellent übersetzt. Viel wird zurzeit über Flucht geschrieben, so gut und spannend jedoch nur selten.

Krimi

William McIlvanney, Laidlaw

Ü: Conny Lösch, Kunstmann 2014, 303 Seiten

Der eigenbrötlerische Detective Jack Laidlaw steht vor einer schwierigen Aufgabe: Er muss den Mörder einer jungen Frau finden, die tot in einem Park in Glasgow lag. Aber nicht nur er ist auf der Suche nach dem Unbekannten, es gibt auch einige brutale Gangster, die die Jagd aufgenommen haben. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. McIlvanney gilt als Mitbegründer des Tartan Noir, der schottischen Variante des modernen Krimis. Der Tartan Noir ist in Großbritannien schon lange Kult, auf dem deutschen Buchmarkt führt er zu Unrecht ein vernachlässigtes Dasein. McIlvanney schreibt über das Glasgow der einfachen Menschen zwischen grauen Häuserzeilen. Dieser erste Band der Laidlaw-Trilogie erschien bereits Ende der 1970er-Jahre und wurde jetzt erstmals übersetzt. Weitere Bände werden folgen, man darf gespannt sein.

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