Lesefutter – unsere Buchempfehlungen • Buchladen Osterstraße - lesen fängt links an • Hamburg • Eimsbüttel

Lesefutter

Hörbuch

Andrea Maria Schenkel, Kalteis

Vorgelesen von Monica Bleibtreu

Hörbuch Hamburg 2008, 4 CDs

„Kalteis” ist der zweite Erfolgsroman der Regensburger Autorin Andrea Maria Schenkel. Monica Bleibtreu, erfolgreiche Schauspielerin und Gewinnerin des Deutschen Hörbuchpreises 2007 für ihre Interpretation des Bestsellers „Tannöd”, brilliert auch bei dieser ungekürzten Lesung von „Kalteis” durch einen unpathetischen Tonfall, der gleichwohl die unterschiedlichen Charaktere herausarbeitet und die Stimmung im München der 1930er Jahre nahe bringt: Kathie, eine junge Frau aus der bayrischen Provinz, zieht es in die große Stadt, auf der Suche nach Glück, Arbeit und Freiheit. Auch sie wird ein Opfer des Serienmörders werden, der in München sein Unwesen treibt. „Kalteis” liegt ein authentischer Fall zugrunde; der Täter wurde 1939 nach einem Schnellverfahren in München hingerichtet.

Hörbuch

Gotthard Scholz/Thomas Dupont (Hg.), Scotch Whisky – Reisen in die Welt des Single Malts

tonkombinat 2006, 2 CDs

Hochprozentiges aus dem Hause tonkombinat: Durch die Highlands zu den Küsten Islays führt diese akustische Reise tief in die Welt des Whiskys. Der deutsche (und evangelische) Whiskypapst Prof. Walter Schobert erläutert Geschichte und Herstellung des schottischen Nationalgetränks, während schottische Autoren von exzentrischen Landsleuten und durchzechten Nächten erzählen. Die wunderbare Feature-CD aus Literatur, Whiskyschule und Reisebeschreibung wird ergänzt von einer Materialien-CD, die ausschließlich O-Töne diverser berühmter Whiskybrenner (Jim McEwan, Iain Henderson u. a.) versammelt. Robert Burns Geschichte „Was Schottland trinkt“ beschließt die CD. Es ist eine Danksagung an den Whisky. Freunde des Getränks können ab sofort die CD-Macher in ihren Dank mit einschließen.

Hörbuch

Jürgen Roth/Hans Well (Hg.), Stoibers Vermächtnis. Große Momente, große Reden, große Freude

Mit Musik von Biermösl Blosn

Antje Kunstmann 2007, 1 CD

Schmählich wurde er vertrieben vom Thron des bayrischen Ministerpräsidenten, ausgerechnet von jenen, die sich Parteifreunde und Unterstützer nennen. Jürgen Roth und Hans Well haben ihn gewürdigt: In einem glänzenden Zusammenschnitt rühmen sie die rhetorischen Fähigkeiten des ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten. Von seiner schon legendären Flughafen-Transrapid-Rede über Stoibersche Wortschöpfungen wie „Kompetenzkompetenz“ oder „regellose Regelung“ bis hin zu seinem schon arg erbarmungswürdigen Kampf mit der lodernden Glut: „Es muss zu schaffen sein, meine Damen und Herren, wenn ich die CDU ansehe ... dann bedarf es nur noch eines kleinen Sprühens, sozusagen, in die gludernde Lot, in die gludernde Flut, dass wir das schaffen können, und deswegen ... in die lodernde Flut, wenn ich des sagen darf.“ Die Freude beim Hören ist groß, Taschentücher für die Lachtränen sind in jedem Fall bereit zu halten.

Hörbuch

Joachim Zelter, Die Würde des Lügens

Vorgelesen von Monica Bleibtreu und Dietmar Mues

Hörbuch Hamburg 2008, 1 CD

„Du sollst nicht lügen“ – nein, so steht es nicht in der Bibel, dort steht „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“. Diesen Grundsatz nimmt sich der junge Enkel zu Herzen und lügt, dass sich die Balken biegen. Um Großmutters Standesdünkel gerecht zu werden, wird aus dem Einkauf im Laden um die Ecke ein großer Auftritt des jungen Herrn von und zu Witzleben imaginiert. Und auch die vermeintliche Hochbegabung des Enkels muss in Szene gesetzt werden. Aus dem Roman von Joachim Zelter ist eine szenische Lesung entstanden, Monica Bleibtreu als bissige Großmutter und Dietmar Mues als folgsamer Enkel setzen das Stück auf kongeniale Weise um.

Hörbuch

Christa Wolf, Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud

Autorinnenlesung

Der Audio Verlag 2010, 9 CDs

 

Christa Wolf erinnert sich, sie blickt zurück auf ihr Leben und dabei auf die drei deutschen Staats- und Gesellschaftsformen, die sie erlebt hat. Vor allem geht es ihr um das Nicht-Vergessen von Krieg, Faschismus, Verlust und deutsche Teilung. Dass sie vergessen könnte, für die Stasi gearbeitet zu haben, lässt ihr keine Ruhe. Ihre Erklärungssuche ist beeindruckend. Es geht ums Ganze, die Verwerfungen einer Epoche und ihre Biographie. Mal virtuos erzählend, mal sachlich, wandert sie durch ihr Leben und das 20. Jahrhundert. Dabei ist es ein Roman, aber die Hauptfigur ist leicht verwechselbar mit der Autorin. Ihr Erzählton, dem ein feiner Humor unterlegt ist, nimmt gefangen. Ihrer Stimme ist ihr Alter anzuhören – immerhin wurde sie 1929 geboren. Manchmal möchte man ihr einen Tee anbieten, um ihre Anstrengung zu lindern. Allerdings ist „Stadt der Engel“ alles andere als ein Alterswerk. Es ist eine großartige Reflexion einer wichtigen Autorin, die uns noch Einiges zu sagen hat.