Lesefutter – unsere Buchempfehlungen • Buchladen Osterstraße - lesen fängt links an • Hamburg • Eimsbüttel

Aktuelle Empfehlungen

Kinder- und Jugendbuch

Neil Smith, Das Leben nach Boo

Ü: Brigitte Walitzek, Schöffling 2017, 416 Seiten

Boo wird Oliver von seinen Mitschülern genannt. Er ist hochbegabt und ein einsamer Einzelgänger. Eines Tages findet er sich plötzlich in einem anderen Universum wieder – in einer Welt für 13-Jährige, die tot sind. Hier haben sie alle die Möglichkeit, weitere 40 Jahre zu leben und zwar, ohne älter zu werden. Dass er schon nach kurzer Zeit sein Zimmer mit seinem ehemaligen Mitschüler Jonny teilen muss, missfällt ihm anfangs zutiefst. Jonny erzählt ihm, dass sie beide Opfer eines Amokläufers in der Schule sind. Und der taucht dann auch noch im „Himmel“ auf. Ein wenig Krimi, ein wenig Coming-of-Age-Geschichte, unsentimental und mit einem guten, trockenen Humor geschrieben, das alles macht diesen Roman genauso lesenswert für Jugendliche ab 14 Jahre wie für Erwachsene.

Kinder- und Jugendbuch

Kenneth Oppel, Danger Express

Ü: Anja Hansen-Schmidt, Aladin 2017, 384 Seiten

Zwölf Kilometer lang ist der Zug, der auf seine Jungfernfahrt durch die kanadische Wildnis geht. In den fast tausend Waggons fahren über 6000 Passagiere mit. Es gibt für alle Gesellschaftsschichten eine Reisemöglichkeit – von Luxusabteilen mit Schwimmbädern bis zu zugigen, sehr einfachen Wagen. Ein ganzer Zirkus wird transportiert und in einem sehr gut abgesicherten Waggon auch ein Toter mit kostbaren Gemälden und einem goldenen Gleisnagel. Der 16-jährige Will, Sohn eines Eisenbahnbauers der ersten Stunde, darf mitfahren und wird schnell in eine gefährliche Jagd nach dem goldenen Gleisnagel verwickelt. Hilfe gibt es von den Zirkusleuten, die mit Akrobatik und Zauberkünsten scheinbar unüberwindbare Schwierigkeiten meistern können. Und dann tauchen auch noch der Sasquatch-Schneemensch und die Nebelhexe auf.

Ein ungeheuer spannender Abenteuerroman ab 12 Jahren.

Sachbuch

Michael Wildt, Volk, Volksgemeinschaft, AfD,

Hamburger Edition 2017, 157 Seiten

Michael Wildt, Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin und Experte für die Geschichte des Nationalsozialismus, hält sich in diesem schmalen, aber sehr wohl inhaltsreichen Buch nicht mit oberflächlichem AfD-Bashing auf. Vielmehr ordnet Wildt den viel zitierten und missbrauchten Begriff der Volksgemeinschaft historisch ein und beginnt damit schon weit vor der NS-Zeit, genauer: mit den Begriffen „demos“, „polis“ und „ethnos“ im antiken Griechenland. Der Autor erklärt, dass die sogenannte Volksgemeinschaft immer schon Ausgrenzung implizierte und kommt im abschließenden Kapitel zu dem Fazit: „Das Volk ist nicht tot, aber es hat sich überlebt.“ Menschen mit gleichen Rechten und gleicher Freiheit müssen laut Wildt ihre sozialen Beziehungen neu regeln. Und diese Aufgabe sollten wir keinesfalls den geschichtsrevisionistischen Schreihälsen von AfD und Pegida überlassen.

Sachbuch

Thomas Schmidt, Was piept und fliegt in Hamburg?

Ein vogelkundlicher Stadtführer

Junius 2017, 176 Seiten

Die Population vieler Vogelarten nimmt seit Jahren ab. Vogelbücher dagegen haben Konjunktur; immer mehr Menschen wollen anscheinend genaueres über unsere gefiederten Freunde erfahren. Dass keine langen Reisen nötig sind, um eine Vielzahl von Vögeln zu beobachten, beweist der Hamburger Biologie Thomas Schmidt mit seinem hosentaschentauglichen vogelkundlichen Stadtführer für Hamburg. In 13 Tourenvorschlägen und vertiefenden Zwischenkapiteln, farbig illustriert und durch Übersichtskarten ergänzt, können Nachwuchs-Ornis erfahren, wo Austernfischer, Eisvögel, Graureiher oder Seeadler zu beobachten sind. Ein Register und weiterführende Literatur sind dabei hilfreich. Und manchmal reicht schon ein Blick vom heimischen Balkon, um zu bewundern, wie der Buntspecht gerade die neue Hausfassadendämmung perforiert.