Lesefutter – unsere Buchempfehlungen • Buchladen Osterstraße - lesen fängt links an • Hamburg • Eimsbüttel

Lesefutter

Sachbuch

Miriam Gebhardt, Als die Soldaten kamen

Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs

DVA 2015, 351 Seiten

Die Historikerin Miriam Gebhardt schildert die sexuellen Gewalttaten der Alliierten in den letzten beiden Kriegsjahren. Die Vergewaltigungen der Roten Armee während des Vormarschs auf Berlin nehmen einen breiten Raum ein, jedoch werden auch die Taten der amerikanischen und französischen Soldaten in ihren jeweiligen Besatzungszonen intensiv beleuchtet.
Quellenkritisch und im Widerspruch zu ihren männlichen Kollegen, widmet sich Gebhardt auch den Spätfolgen der Übergriffe. Noch Jahre später litten die betroffenen Frauen unter den Folgen von Abtreibung und Traumata und kämpften um ihre Anerkennung als Kriegsopfer.
Miriam Gebhardt hat eine auch für Laien gut lesbare Studie verfasst, in der mit vielen Nachkriegsmythen und falschen Opferzahlen aufgeräumt wird.

Sachbuch

Gabriele Goettle, Der Augenblick

Reisen durch den unbekannten Alltag

Kunstmann 2012, 396 Seiten

Die Journalistin Gabriele Goettle schreibt seit vielen Jahren für die taz. Ihre Reportagen zu deutschen Sitten, zu Obdachlosen oder zu Experten sind vor Jahren bereits in Buchform erschienen. In ihrer neuen Sammlung hat sie Frauen interviewt. Frauen, die unterschiedlichen und zum Teil sehr ausgefallenen Berufen nachgehen. Jedoch sind auch einige Frauen arbeitslos, wie die Tänzerin und Choreographin Marina Schubarth, die sich seit vielen Jahren um ehemalige Zwangsarbeiter aus der Ukraine und Russland kümmert. Goettle stellt uns unter anderem eine Bienenforscherin, eine Museumskonservatorin und Präparatorin sowie eine seit Jahren im Umweltschutz aktive Elbfischerin vor. Die Porträts der sechsundzwanzig Frauen sind auch deshalb so beeindruckend, weil viele der Interviewten politisch aktiv sind.

Sachbuch

Norbert Mappes-Niediek, Arme Roma, böse Zigeuner

Was an den Vorurteilen über die Zuwanderer stimmt

Links Verlag 2012, 208 Seiten

Der Autor, als Journalist spezialisiert auf Österreich und Südosteuropa, geht in seinem neuen Buch den Vorurteilen nach, die es über Roma gibt: Alle Roma gehören zum „fahrenden Volk“, Roma werden überdurchschnittlich häufig straffällig, alle Roma sind arbeitsscheu und schicken ihre Kinder nicht zur Schule usw. Mappes-Niediek schreibt kenntnis- und faktenreich über Roma in verschiedenen Ländern, schildert ihre sehr unterschiedlichen Lebenssituationen, kulturellen Differenzen und Gemeinsamkeiten. Eine spannende Lektüre für all diejenigen, die an konkreten Informationen über die größte in Europa lebende Minderheit interessiert sind.

Sachbuch

Ben Redelings, 50 Jahre Bundesliga. Das Jubiläumsalbum

Unvergessliche Bilder, Fakten, Anekdoten

Die Werkstatt 2012, 384 Seiten

Deutschlands bekanntester Fußball-Komiker weckt mit diesem Buch Erinnerungen an ein halbes Jahrhundert Bundesliga. Keine drögen Statistiken werden hier serviert, sondern ein Potpourri aus grellbunten Bildern, Skurillitäten, schlimmen Frisuren und musikalischen Entgleisungen (der Harry Belafonte vom Bieberer Berg) und modischen Geschmacksverirrungen (Trikots in Schweinchenrosa). Der geneigte Leser (und die Leserin) lernt: Früher war auch nicht alles besser, nicht einmal die Werbung: „Mit diesen Kräuterbonbons sorge ich für saubere Luft im Tor“ (Norbert Nigbur).

Sachbuch

Gerd Rindchen, Crashkurs Wein

Wein ganz einfach entdecken und genießen

Hallwag 2012, 160 Seiten

Dass der Hamburger Weinhändler Gerd Rindchen ein wahres Trüffelschwein im Auffinden preisgünstiger Spitzenweine ist, ist schon länger kein Geheimnis mehr. Dass er auch locker aber gleichwohl informativ über Wein schreiben kann, hat er nun mit seinem „Crashkurs Wein“ bewiesen. Ob Rebenkunde, Ausbaumethoden, Weinländer-Porträts, Aromenrad oder Winzer-Philosophien: Der „Crashkurs Wein“ lässt kaum Fragen offen. Gerd Rindchens unprätentiöser Stil nimmt Weineinsteigern die Schwellenangst und hat auch fortgeschrittenen Trinkern noch Neues zu sagen („Herrschaftswissen zum Angeben“). Nicht zuletzt durch die farbenfrohen Illustrationen des Künstlers Cristobal Schmal ist so ein kleines Kunstwerk entstanden.

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