Lesefutter – unsere Buchempfehlungen • Buchladen Osterstraße - lesen fängt links an • Hamburg • Eimsbüttel

Lesefutter

Kinder- und Jugendbuch

Kirsten Boie, Entführung mit Jagdleopard

Oetinger 2015, 320 Seiten

Jamie-Lee und ihr Bruder Baron Chuck haben es nicht leicht, denn ihre Mutter ist alkoholkrank und
ihre Oma, die aufpassen soll, ist mit ihrem eigenen wilden Leben beschäftigt. Nach außen und für
die Sozialarbeiterin versuchen sie, die Fassade aufrecht zu erhalten, dass alles in Ordnung ist.
Jamie-Lee hat im Religionsunterricht gelernt, dass es wichtig ist, Gutes zu tun und anderen
Menschen zu helfen. Deshalb versteckt sie Fee, die soll ins Internat zum Abspecken. Doch deren
Eltern vermuten eine Entführung, Polizei und Fernsehen werden eingeschaltet. Und dann kommt noch der obdachlose Herr Wildeck mit seinem Jagdleoparden, der immer Hunger hat.
Es gibt Verwechslungen, Überraschungen und jede Menge Chaos.
Wer Jamie-Lee und Baron Chuck durch ihr spannendes Schlamassel begleitet, hat Spaß und viel
zum Nachdenken. Für Kinder ab 11 Jahre.

Kinder- und Jugendbuch

Alexandra Maxeiner, Alles lecker! Von Lieblingsspeisen, Ekelessen, Kuchendüften, Erbsenpupsen, Pausenbroten und anderen Köstlichkeiten

illustriert von Anke Kuhl

Klett Kinderbuch 2012, 32 Seiten

Es geht ums Essen, etwas ganz Alltägliches, aber nicht Banales. Und die Geschichte fängt bei den Pflanzenfressern, Fleischfressern und Allesfressern im Tierreich an, denn: Alle essen. Bei den Menschen schließlich hängt was und wie sie essen davon ab, wo sie wohnen: In Ecuador landen Meerschweinchen, in China Hunde, in Kambodscha sogar Vogelspinnen und in Deutschland Schweine auf dem Teller. Manche essen lieber alleine, andere in Gemeinschaft; mit Messer und Gabel oder mit den Fingern; manche kochen gerne, andere nicht. Das Wunderbare an den Beschreibungen ist: Hier wird nicht bewertet, es gibt gesellschaftliche und moralische Unterschiede, aber es gibt keine richtige oder falsche Art, Nahrung zu sich zu nehmen. Es gibt Nahrungsmittelknappheit, Biosprit, Hunger und übergewichtige Menschen. Zwischen den unglaublich vielfältigen Aspekten rund ums Essen sind kleine phantasievolle Geschichten eingeflochten und die Bilder führen dabei ein witziges Eigenleben. Es macht Spaß und lässt Staunen, auch die Erwachsenen.
Ansonsten ist es für Kinder ab 5 Jahre geeignet.

Kinder- und Jugendbuch

Anne-Laure Bondoux, Die Zeit der Wunder

Ü: Maja von Vogel, Carlsen Verlag 2011, 189 Seiten

Im Kaukasus der 1990er Jahre herrschen Krieg, Hunger, Vertreibung, Gewalt. Der Junge Koumail und Gloria, die seine Mutter sein könnte, sind - wie so viele andere Menschen auch - auf der Flucht. Zwar finden sie immer wieder Zufluchtsorte, wo sie sich eine Zeit lang ausruhen können, aber die Sicherheit ist trügerisch. Stets müssen sie weiter und sie wollen nach Frankreich, in das Land der Menschenrechte.

Es ist eine sehr abenteuerliche Geschichte, die Gloria Koumail erzählt: Sein eigentlicher Name sei Blaise Fortune und er sei Bürger der Französischen Republik. Bei einem Eisenbahnunfall wurde er von seiner Mutter getrennt, aber Gloria konnte ihn retten. Allabendlich muß diese Geschichte wiederholt werden, muß sich der Junge seiner Herkunft versichern. Aber stimmt sie wirklich?

Davon wird in diesem wunderbaren Buch in einem unsentimentalen Ton erzählt. Die Geschichte ist schonungslos und traurig: Sie handelt von Anschlägen, Toten, Armut, Angst und Verzweiflung. Gleichzeitig ist sie unglaublich positiv, wenn es um Freundschaft, Vertrauen und tiefe Gefühle geht. Besonders eindrucksvoll ist sie, wenn sich Koumail aus seinem Fluchtalltag in eine glückliche Zukunft träumt, und wenn Gloria ihre Begabung ausspielt, trotz aller Widrigkeiten Hoffnung und Zuversicht auszustrahlen, um den Weg - auch wenn es ein Fluchtweg ist - immer weiterzugehn.

In Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche durchaus mit Kriegen, konfrontiert werden, dürfen und sollten Bücher dieses Thema ihren LeserInnen zumuten. Vor allem, wenn es Zeit und Raum für Wunder bietet.

Für LeserInnen ab 12 Jahren

Kinder- und Jugendbuch

Clay Carmichael, Zoë

Ü: Birgitt Kollmann, Hanser 2011, 254 Seiten

Ein eigensinniges Mädchen, ein wilder Junge, eine streunende Katze und ein Mann, der mit dem Feuer spielt, das ist das Personal in dem Debütroman von Clay Carmichael. Zoë ist ein scharfsinniges, wildes Mädchen, das sich lieber auf sich selbst als auf andere verläßt. Nach dem Tod ihrer Mutter wird sie von ihrem Onkel Henry adoptiert. Henry, eigentlich Arzt, ist ein bekannter Künstler, menschenscheu und eigensinnig. Ganz allmählich kann Zoë Vertrauen fassen zu ihrem Onkel, zu dessen warmherzigen Freunden Fred und Bessie, zu Maud, die eigentlich ihre Großmutter ist, zum Sheriff und dem Pastor. Zoë entdeckt eine leerstehende, geheimnisvolle Hütte im Wald und sie begegnet einem Jungen, der im Wald lebt und mit einem weißen Reh unterwegs ist. Ein spannendes Buch über ein ganz besonderes Mädchen, mit sehr eigenen, bisweilen kauzigen Menschen, lesenswert nicht nur für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahre.

Kinder- und Jugendbuch

Bibi Dumon Tak, Eisbär, Elch und Eule. Von Schnee- und Eisbewohnern

illustriert von Martijn van der Linden

Ü: Meike Blatnik, Bloomsbury 2011, 137 Seiten

Bibi Dumon Tak nimmt in ihrem neuen, etwas anderen Tierbuch ihre LeserInnen mit auf die Reise zu den Schnee- und Eisbewohnern von Nord- und Südpol. Mitgenommen werden aber nur diejenigen, die wahre Kälte von minus 20 Grad aushalten können. Dort lernt man Tiere mit erstaunlichen Fähigkeiten kennen, denn es ist nicht leicht, bei arktischen Temperaturen zu überleben. Die Schnee-Eule hat das dickste Federkleid, der Kaiserpinguin ist das mutigste Tier der Welt, Wölfe sind fantastisch, weil sie zwölfstimmig singen können und ein Rentier hat schlotternde Knie. Noch für zwanzig weitere Tiere aus der Kälte werden tolle und witzige Informationen geliefert. Apropos Rentier: Das berühmteste, das den Schlitten vom Weihnachtsmann zieht, ist ein Mädchen, denn kein männliches Rentier trägt im Winter ein Geweih. Für Menschen ab 8 Jahre.

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